Förderverein für das Technikmuseum

/ Frohe Botschaften für die zukünftige Vereinsarbeit Positive Bilanz auf der Jahres-Mitgliederversammlung – Kritik am Zeitpunkt desFlugplatzfestes – Exponate in Vockerode

Von EBERHARD SCHEFFEL Dessau/MZ. Für einen gerade eben erst Fünfjährigen ist er ausgesprochen umtriebig und hat sich großen Aufgabengewidmet, der Förderverein für das Technikmuseum “Hugo Junkers” Dessau. Das wurde besonders deutlich bei der vorkurzem durchgeführten Jahres-Mitgliederversammlung. “Wir sind ein kleiner Verein, der in ausnahmslos ehrenamtlicher Arbeit einen mittelständischen Betrieb managt”, faßte derstellvertretende Vereinsvorsitzende Roland Haseloff in einem Satz zusammen, was der mit knapp 100 Mitgliedern nicht ebengroße Förderverein an Vorhaben und Problemen zu bewältigen hat. Im Hinblick auf die materielle Sicherung des Museumsaufbaus konnte Vorsitzender Klaus-Maria Heinemann zu Beginn derJahresversammlung zwei frohe Botschaften verkünden. Zum einen sei der Förderverein in das Gesamtprogramm für dieMuseumsentwicklung in Sachsen-Anhalt aufgenommen worden und als “besonders förderwürdig” eingestuft worden. Zumanderen habe das Regierungspräsidium für den zweiten Bauabschnitt 400000Mark Fördermittel bereitgestellt. Haseloff würdigte die an der ehemaligen ASUG-Halle beim Umbau zum Museums-Domizil und in ihrem Umfeld erreichtenFortschritte. So hatte die Halle kürzlich mit der Exposition zum Jubiläum des Atlantikfluges der “Bremen” ihre ersteAusstellungseröffnung erlebt. Er hob hervor, daß der Verein die Trägerfunktion für das Museum übernommen habe und diese– der derzeitigen Struktur entsprechend -, nur in ehrenamtlicher Arbeit wahrnehmen könne. Dies sei eine im Interesse deszügigen Museumsaufbaus getroffene vorläufige Regelung, bis sich ein Betreiber finde. Außerdem kündigte Haseloff an, daßdemnächst 50 ABM-Kräfte der Dessauer bei den Arbeiten an der Halle eingesetzt werden.DABS Sehr gut vorangekommen ist die Restaurierung der Ju52. Im vorigen Jahr wurde daran rund 6000 Stunden gearbeitet, waseinem Wert von etwa 100000 Mark entspricht. Horst-Günther Matthes, Leiter der Arbeitsgruppe Zelle, konnte mitteilen: “Eskann sein, daß wir sie im nächsten Jahr fertig haben”. Von den Flugzeugbautraditionen in der Region und der Arbeit des Dessauer Fördervereins werden in der sachsen-anhaltischen Landesausstellung “mittendrin” im ehemaligen KraftwerkVockerode eine restaurierte Tragfläche und das Höhenleitwerk der Ju52 künden. Ein Tenor der Jahresversammlung war die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins. Kritisch angemerkt wurde, daß das diesjährigeFlugplatzfest zu einem denkbar ungünstigen Termin stattfinde, nämlich während der Internationalen Luftfahrtausstellung inBerlin. Die werde viele Fluginteressierte und Flieger in die Hauptstadt ziehen, so daß nur wenige mit ihren Maschinen denWeg nach Dessau finden werden. Hans Türke, Vereinsmitglied und Pilot der vereinseigenen AN2, will denWeltmeisterschaftskader der deutschen Fallschirmspringer-Nationalmannschaft einladen, Training in Dessau durchzuführen. Dessaus Bürgermeister Holger Platz zeigte sich beeindruckt von dem, “was bewegt wurde und bewegt werden soll”. DerBeitritt der Stadt zum Förderverein habe eine neue Qualität des Engagements der Kommune für den Verein und dasMuseum dokumentieren sollen. Platz teilte mit, daß die Flächennutzungs- und damit die Eigentumsprobleme “in Arbeit sindund gute Hoffnung auf eine baldige Lösung besteht”.

 

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung vom 13.05.1998