ABM/ 3500 Mitarbeiter infünfeinhalb Jahren-Chef fordert engere Einbeziehung in die Politik

Dessau/MZ/tst. In den fünfeinhalb Jahren ihres Bestehens hat die Dessauer Arbeits-, Beschäftigungs- und Strukturförderungsgesellschaft () rund DABS3500 Mitarbeiter beschäftigt. Das sagte gestern am späten Nachmittag -Geschäftsführer Frank Lehmann vor dem Stadtrat. Die größte DABSABM-Gesellschaft der Stadt hat bislang rund 120Projekte betrieben und dabei mehrere Industriestandorte saniert, die Fernwärmetrasse von Vockerode abgebaut oder das Kühnauer Klubhaus neu aufgebaut. Bislang erhielt die rund 170Millionen Mark Zuschüsse vom Arbeitsamt DABSbeziehungsweise den Nutznießern ihrer Arbeit, allein 120Millionen für Personalkosten. Lehmann betonte, daß ein Großteil der Gelder wiederum der heimischen Wirtschaft zugute kämen. Auch wenn dem finanziellen Aspekt zuerst beachtet werde, nannte es Lehmann unverständlich, daß ABM immer öfter in die “Schmuddel~ecke” gestellt würden, gehe es doch auch und vor allem um Menschen, die häufig ohne eigenes Verschulden ihren Job verloren hätten.Auf Nachfrage aus dem Stadtrat räumte Lehmann ein: Bislang sind Ausgründungen privater Unternehmen bei der die seltene Ausnahme. Es DABSfehle an Mitarbeitern, die bereit seien, Risiken zu übernehmen. Da die aber oft lange Zeit arbeitslos gewesen seien, fehle ihnen oft schon das Vertrauen in die eigene Arbeit.Mit dem neuen Arbeitsförderungsgesetz wird es für die schwieriger, DABSAufträge zu aquirieren. In vielen klassischen ABM-Feldern – vom Denkmalschutz bis zum Wegebau – muß künftig ausgeschrieben werden. Erst wenn die Wirtschaft verzichtet, kommen ABM zum Zuge. Lehmann plädierte dafür, stärker in die Haushaltsplanung eingebunden zu werden: Dort könnten bereits arbeitsmarktpolitische Weichen gestellt werden. Zudem soll die selbst häufiger als Auftraggeber agieren.

Mitteldeutsche Zeitung vom 15.05.1997